SMARTe Indikatoren im schulischen Kontext zu formulieren ist nicht leicht. Für eine systematische Prozesssteuerung sind sie jedoch unabdingbar. Dass das in der freien Wirtschaft viel leichter und schneller von der Hand geht, wird schnell klar, wenn man sich die drei verschiedenen Arten von Indikatoren anguckt.

Der Ergebnisindikator

„Wir steigern unser Betriebsergebnis im kommenden Jahr um mind. 1,2 %“. „Wir senken die Lohnkosten im kommenden Jahr um 3,5 %“. Ergebnisindikatoren sind für Wirtschaftsbetriebe leicht zu formulieren, weil Zahlen den Alltag dominieren. In der Schule können wir schlecht formulieren: „Wir steigern die Lesefähigkeit unserer SuS um 12 %“, weil uns dazu in der Regel schlicht die Daten fehlen. Eine systematische Datenerhebung über Lernentwicklungen gibt es nur bei den zentralen Abiturprüfungen (ZAP), den Zentralen Abschlussprüfungen (ZP10) und den Lernstandserhebungen (Vera3 und LSE8). Ansonsten liefert die Qualitätsanalyse alle Jubeljahre mal Unterrichtsdaten. Um Ergebnisindidakatoren formulieren zu können, bräuchten wir also Daten, die wissenschaftlichen Kriterien standhalten und die regelmäßig erhoben werden. Da das eher schwierig ist, spielt dieser SMARTe Indikator für Schulen keine herausragende Rolle. (Trotzdem sollte man unbedingt darüber nachdenken, wie man doch an zuverlässige Daten kommt!)

Der Voraussetzungsindikator

Ihn halte ich für den wichtigsten SMARTen Indikator in der Schule. In den Voraussetzungen werden bestimmte Qualitätsansprüche deutlich, die z. B. eine spätere unterrichtliche Umsetzung begünstigen. Also z. B. zum Thema Sprachsensibler Unterricht:

  • Die Fachkonferenz hat sich auf ein Methodenrepertoire (5 Methoden) geeinigt.
  • Alle Methoden sind in der Praxis von allen FK-Mitglieder erprobt, reflektiert und für geeignet befunden.
  • Es gibt zu jeder Methode aufbereitete Materialien, die auch neuen KuK den Einsatz nach kurzer Einweisung ermöglichen.
  • Es gibt konkrete Unterrichtsbeispiele, die im FK-Ordner dokumentiert und für alle einsehbar sind.
  • Die Methoden sind Teil des schulinternen Lehrplans und an konkrete Unterrichtseinheiten angeknüpft.
  • Am Ende des Schuljahres werden alle Methoden gemeisam reflektiert und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Als ungeeignet eingeschätze Methoden werden aus dem Methodenrepertoire gestricen.

Der Prozessindikator

Durch ihn wird beschrieben, in welchen Tätigkeiten und Verhaltensweisen sich der Qualitätsanspruch zeigt. Ich finde den Indikator sehr speziell und nutze ihn wenig. Man könnte z.B. in den Blick nehmen, ob sich die Ausleihhäufigkeit in der schuleigenen Bücherei durch Maßnahmen der Leseförderung erhöht. Man könnte auch gucken, ob die eingerichteten Medienscouts oder Streitschlichter frequentiert werden. Allerdings sagt die Frequenz wenig über die Qualität des Lesens aus. Für die Formulierung konkreter Hinweise zur Formulierung solcher Indikatoren im schulischen Kontext bin ich dankbar!

SMARTe Indikatoren in der Schule