Ideen partizipativ zu erfassen ist das eine, sie systematisch weiterzuentwickeln ein zweiter Schritt.

Die „Walt-Disney-Methode“ kenne ich seit langer Zeit, erst seit Kurzem weiß ich, dass sie so heißt. Die Methode ist sehr gut dazu geeignet, Potenziale und Gefahren einer Idee in einem frühen Stadium in den Blick zu nehmen. Sie kann z. B. zeitlich versetzt nach der Methode „Fragen-statt-Killer-Phrasen“ eingesetzt werden. Hinzu kommt, dass sie einfach Spaß macht – am schönsten ist natürlich die Rolle „Ewiger Nörgler“.

Das Ziel

Eine noch nicht ganz ausgereifte Idee soll aus möglichst vielen Perspektiven betrachtet werden. Zum einen, um Potenziale zu entdecken, zum anderen, um Gefahren oder Stolpersteine auszumachen. Es ist eine kreative Methode, die von allen Beteiligten eine Grundbereitschaft zur aktiven Teilnahme erfordert. Erfahrungsgemäß fällt jedoch auch Menschen mit geringer Bereitschaft zu Rollenspielen die Bereitschaft nicht sehr schwer.

Die Umsetzung

Eine Idee / ein Konzept wird allen Teilnehmenden vorgestellt und zwar so, dass alle damit gut vertraut sind. Ich halte es für sinnvoll, dass alle die Idee schon ein paar Tage vor dem Perspektivenwechsel kennen, damit sie die Idee schon mal durchdacht haben. Die Methode selbst ist so unkompliziert, dass sie auf Anhieb verstanden werden kann und keinen langen Vorlauf braucht. Wahrscheinlich auch deshalb, weil wir alle die verschiedenen Perspektiven an mancher Stelle bereits kennengelernt haben. Ich habe die Methode schon mit 50 und mit 5 Teilnehmenden umgesetzt.

Der Ablauf

Zunächst wird die Idee (oder auch ein Konzept) noch einmal kurz vorgestellt. Dann wird kurz die Walt-Disney-Methode erläutert und schon kann es losgehen. Jede Person bzw. jede Gruppe betrachtet / diskutiert die Idee aus einer Perspektive. Die Start-Perspektive kann ausgelost oder bestimmt werden. Die „Protokollierung“ erfolgt am besten in Form von farbigen Moderationskarten (jede Perspektive hat eine eigene Farbe, darum die Farbsetzung in der Abbildung). Nach einer bestimmten Zeitspanne wird gewechselt und die Person oder die Gruppe wechseln zur nächsten Perspektive. Wichtig: Alle müssen unbedingt in der jeweiligen Perspektive voll aufgehen. Das kann auch mal lustig und laut werden, wenn z. B. die ewigen Nörgler hemmungslos die Idee in Schutt und Asche reden.

Varianten

Es können natürlich auch noch andere Perspektiven eingebracht werden. Ich habe schon den „Außerirdischen“ benutzt, der auf die Erde kommt und alles aus der Meta-Meta-Perspektive sieht. Ebenso denkbar wären u.a. der „Digitale Mensch“ bzw. „Nerd“ oder der „Macher“.

Die Auswertung

Wenn eine Großgruppe die Methode durchführt, sollte am Ende ein (am besten externer) Moderator („Neutraler Beobachter“) die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammenfassen und allen vorstellen. Die detaillierte Auswertung kann später eine Steuergruppe übernehmen. Bei einer Kleingruppe kann die Gruppe das selbst leisten, ggf. mit externer Unterstützung. Wichtig ist auch hier eine klare Trennung der Perspektiven vorzunehmen, nun geht es um den „Neutralen Beobachter“. Die Detailergebnisse können zum einen zur Weiterentwicklung der Idee / des Konzepts genutzt werden, zum anderen taugen sie als Entscheidungsgrundlage, ob die Idee ggf. wieder verworfen wird.

Der nächste Schritt

Angenommen, die Idee erweist sich als tragfähig, kann sie einem Entscheidungsgremium (z. B. der Schulkonferenz) vorgelegt werden. Danach beginnt die Umsetzung in einem strukturierten Prozess, z. B. dem „Entwicklungszyklus“.

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Ideen systematisch entwickeln – Walt-Disney-Methode

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